Syros – außergewöhnliche Kykladeninsel für Entdecker – Teil 18 Minuten Lesezeit

Ermoupolis

Ermoupolis Syros

In dem Moment, wo die Fähre in die riesige Hafenbucht von Ermoupolis, der Hauptstadt von Syros einläuft, bin ich absolut beeindruckt. Die mächtige Chora, mit ihren weißen und pastellfarbenen Häusern, strahlt uns im hellen Licht der Nachmittagssonne entgegen. Die Stadt ist auf zwei nebeneinander liegenden Hügeln gebaut. Ich bin fasziniert von diesem großartigen Anblick und kann es kaum erwarten, diese Insel zu entdecken.

Ein kleiner Überblick zu den Regionen von Syros

Syros wirkt auf mich ganz anders, als all die restlichen Kykladeninseln. Die Hauptstadt Ermoupolis ist das Verwaltungszentrum und die größte Stadt der südlichen Ägäis. Sie verfügt über eine riesige Schiffswerft, die neben der Landwirtschaft der Hauptwirtschaftszweig der Insel ist.  Syros ist als Urlaubsziel vorrangig bei den Griechen sehr beliebt und vom Massentourismus noch verschont.

Die meisten Unterkünfte sind in den Orten an der Westseite, im Süden und Südosten der Insel zu finden. Hier gibt es auch einige wunderschöne Buchten und Sandstrände, aber darüber erzähle ich euch allerdings erst in meinem nächsten Blogpost. Heute geht es hauptsächlich um meine kulinarischen Lieblingsplätze und ich verrate euch ein paar echte Geheimtipps.

Im südlichen Inselinneren entdecken wir einige kleine Dörfer, teils mit wunderschönen alten Villen und Herrenhäusern, oder auch ganz einfache Ortschaften, umgeben von Feldern und Obstplantagen. Was sie gemeinsam haben: es gibt weder Lebensmittelgeschäfte noch Tavernen. Selbst die Suche nach einem Kafenion hat uns durch etliche Dörfer geführt, bis wir schließlich in Pagos fündig wurden.

Der Inselnorden ist sehr gebirgig, ziemlich rauh, felsig und kaum erschlossen. Nur eine einzige Straße führt von Ano Syros in die winzig kleinen Dörfer, mit sehr einfachen Häusern, die zum Großteil unbewohnt wirken. Und dann gibt es plötzlich mitten in den Bergen, im Dorf Papouri, ganz abgelegen, eine kleine kulinarische Oase.

Sieben kulinarische Lieblingsplätze und Geheimtipps auf Syros

1. Frühstück in unserem Garten bei der Marina von Finikas

Finikas Marina

Marina in Finikas

Unterkunft in Finikas

“Home sweet Home” für 6 Tage in Finikas

Wir haben uns entschieden am Meer zu wohnen – das war schon immer mein Traum – um von dort aus, mit einem Mietauto, die Insel zu entdecken. Unser ausgesprochen nettes Studio lag direkt in der Marina von Finikas. Die drei süßen Kätzchen liebten diesen Platz offenbar genauso wie wir. Jeden Morgen saßen sie schon vor der Tür mit erwartungsvollem Blick und hofften, etwas Essbares zu bekommen. Tja, gewusst wie :)) Unser Frühstücksplatz im Garten war ein Traum – mit Blick aufs Meer, auf die Segelboote und zum Fischerhafen, wo morgens immer viel los war. Hier haben wir das gemütlichste und beste Frühstück genossen. Selbstgemacht natürlich. Joghurt mit Honig und Früchten oder köstliche frische Bougatsa vom Bäcker und Kaffee aus unserer Nespresso Maschine – ich genieße diesen Luxus.

Syros- Finikas Bucht

Finikas Bucht, Syros

Die Bucht von Finikas ist wunderschön. In der kleinen Ortschaft gibt es einen Fischerhafen, die Marina, zwei Minimärkte, einen Bäcker und  einige Tavernen. Ab Mitte September ist es hier schon sehr, sehr ruhig und einige Tavernen haben bereits geschlossen. Wir genießen diese beschauliche Ruhe, wenn wir gerade nicht unterwegs sind, sehr. Ein toller Platz um zu entspannen, das finden die Schafe in Finikas wohl auch.

Schafe in Finikas

Schafe in Finikas

 

2. Ermoupolis mit seinen schönen Kirchen, alten Gebäuden, traumhafter Aussicht und unzähligen Cafès in den kleinen Gassen

Kirche Anastasis und Kirche Ag. Nikolaou

Kirche Anastasis und Kirche Ag. Nikolaou

Um Ermoupolis zu entdecken, musst du vor allem Eines: Stiegen steigen. Von der Kirche Anastasis hat man einen tollen Blick über die Stadt und bei schönem Wetter reicht er bis zu den Inseln Tinos und Mykonos. Etwas unterhalb der Kirche gibt es einen kleinen Park mit schattenspendenden Pinien und ein paar Bänken zum Rasten und Verweilen. Von der Kirche Anastasis führen unzählige Stufen hinunter zum Hafen.  Dieser Weg ist total interessant, da duftet es nach frisch gekochten Speisen aus den Häusern und dann wieder nach gewaschener Wäsche – die auch gleich quer über die Gasse aufgehängt wird. Ab und zu setze ich mich für ein paar Minuten auf eine Stufe und genieße einfach die Atmosphäre und die geniale Aussicht.

Kleine Gassen in Ermoupolis

Kleine Gassen in Ermoupolis

Rund um das Rathaus und den riesigen marmorgepflasterten Hauptplatz, gibt es einige kleine Fußgeherzonen mit Geschäften und vielen Cafès, Tavernen und Bars. Besonders nett finde ich die Regenschirmdekoration vor dem Eisgeschäft Django und die Aufschrift an der Hausmauer “one world not three”. Abends ist es hier sehr belebt und die Lokale sind ziemlich gut besucht.

Rathaus mit Hauptplatz

Rathaus mit Miaouli-Platz

Halvatopittes syrische Spezialität

Halvadopittes – Süßspeise aus Syros

Halvadopittes sind eine Spezialität aus Syros. Die Süßspeise besteht aus weißem, weichen Nougat mit Mandeln, Himbeeren oder Pistazien, zwischen zwei Oblaten. Das mussten wir natürlich kosten. Es schmeckt sehr süß, aber köstlich. Auf Syros gibt es auch die besten Loukoumia, die ich je probiert habe – sie sind hier besonders weich und schmecken herrlich zum griechischen Kaffee.

Tavernen, Ouzerien und Kafenions

3. Ouzerie – Café Apanochoritissa

Cafè Apanochoritissa

Ouzerie -Cafè Apanochoritissa

In Ano Syros, der Altstadt hoch oben am Hügel gibt es auch viele sehr hübsche enge Gassen. Die kleinen Handwerksläden haben jetzt im September leider schon größtenteils zu, nur ein paar Tavernen und Kafenions sind noch offen. Wir genießen den schönen Ausblick von der Dachterrasse des netten Cafe`s Apanochoritissa am Abend und essen einen köstlichen Schokolade – Masticha Kuchen zum Kaffee. Dieses Lokal ist wirklich ein Geheimtipp für Romantiker und Genießer. Wenn es dunkel wird, ist es wunderschön hier, es fühlt sich an wie oberhalb des Sternenhimmels, durch die vielen Lichter der Stadt und des Hafens.

4. Ouzerie To Pefko in Pagos

To Pefko Cafè Ouzerie

To Pefko Cafè Ouzerie

Ouzerie To Pefko

Kaffeepause mit Ouzo & Mezedes

Griechischen Kaffee mit Ouzo lieben wir am Nachmittag. Nach einem Roadtrip durch die Dörfer im Inselinneren hatte es einige Zeit gedauert, bis wir die Cafè – Ouzerie To Pefko entdeckt haben. Zum Ouzo gibt es hier Mezedes vom Haus (Tomaten mit Käse bzw. Gurken mit Käse). Wir sind die einzigen Gäste in der Ouzerie. Rund um das kleine Dorf Pagos gibt es nur Weingärten, Obstplantagen und Gemüsefelder.  Gegenüber der Ouzerie laufen ein paar Schafe übers Feld und dann kommt ein Bus mit einigen Schulkindern an. Danach ist wieder völlige Stille – keine Autos, keine Stimmen, keine Geräusche, nur leise Musik in der Taverne und wir. Einfach schön.

5. Cafè – Mezedopolio Kivernio in Posidonia

Cafè Ouzerie Kivernio

Lieblings – Mezedopolio Kivernio in Posidonia

Die Mezedopolio Kivernio ist uns auf der Fahrt durch Posidonia gleich aufgefallen. Die Stühle auf der Straße, die nette Dekoration und das kleine Häuschen haben uns magisch angezogen.  Sobald ich durch die Türe gegangen war, musste ich stehenbleiben, es gab so viele interessante Dinge zu sehen: ein Luster aus Kaffeetassen und Untertassen, ein Christbaum aus Besteck, eine Tischplatte mit hunderten bunten Knöpfen etc. Einfach faszinierend. Zum Kaffee gab es einen kleinen Muffin und zum Ouzo Brötchen, als Mezedes sozusagen, beides vom Haus. Der Garten ist überdeckt mit einer bewachsenen Pergola und einfach total nett, das Service ausgezeichnet und herzlich. Hier möchte ich einfach nur bleiben – und schauen, und genießen. “Das Leben ist herrlich”, denke ich mir und nehme wieder einen kleinen Schluck von meinem Ouzo.

6. Taverne “dio Tzitzikia st`Armirikia” in Kini

Esel bei Kini

Der Esel, der Feigen liebt, wartet schon auf uns

Meerjungfrau mit Matrose in Kini

Meerjungfrau mit Matrose in Kini

Kini ist eine kleine Ortschaft am Meer. Die Meerjungfrau mit dem Matrosen ist eine sehr hübsche Statue – sie hat eine total starke Ausstrahlung. Wir genießen unsere Zeit in der Taverne mit dem lustigen Namen “dio Tzitzikia st` Armirikia”. Ein herrlicher Platz zum essen und chillen. Das Essen ist total köstlich und ich mag die Aussicht und Deko in diesem Lokal – sie ist sehr originell.

Taverne dio tsitzikia st`amirikia

Taverne “dio Tzitzikia st` Armirikia” auf deutsch ” zwei Zikaden auf den Tamarisken”

Am Abend erleben wir hier einen wunderschönen Sonnenuntergang bei einzigartiger romantischer Stimmung und gutem Essen in dieser netten Taverne.

Meerjungfrau bei Nacht

Sonnenuntergang in Kini

7. Taverne T’ Aloni im Dorf Papouri

Taverne T'Aloni Wegweiser

Taverne T’Aloni Wegweiser

T' Aloni Taverne

T’ Aloni Taverne

Über die Taverne T’ Aloni hatte ich bereits vorab im tripadvisor gelesen. Sie liegt in einem winzigen Bergdorf namens Papouri, mit ca. zehn Einwohnern, ganz oben im Norden. Es ist wie eine kleine Oase mitten in den Bergen und eine ganz besondere Atmosphäre. Umgeben von Weinstöcken sitzen wir im letzten schattigen Winkerl auf der Terrasse – die Sonne ist am Nachmittag besonders heiß. Die Taverne ist gerade gut besucht, von einer griechischen Familienrunde und wir genießen einen griechischen Salat und einen ausgezeichneten Gemüsestrudel. Die Köchin ist Meike aus Deutschland, die hier gemeinsam mit ihrem Mann Thanasis diese liebliche kleine Taverne führt. Einfach herrlich, das köstliche Essen und die authentische Atmosphäre in der Taverne ist wirklich etwas ganz Besonderes. Ich freue mich, dass sie geöffnet war.

Karte von Syros mit meinen 7 kulinarischen Lieblingsplätzen

Mein Tipp: klicke auf die Symbole in der Karte um Bilder zu sehen